
Die Filmtradition der Tschechoslowakei mit anspruchsvollen Produktionen von Surrealismus bis Alltagsklamauk hatte ihren unbestrittenen Mittelpunkt in Prag, die Slowakei war oft nur als Urlaubsziel der Hauptfiguren präsent. Gleiches gilt für die vorzüglichen Märchenfilme, auch hier bildeten die Burgen und Schlösser der Slowakei oft die Kulisse. Der berühmteste Kinderfilm-Klassiker "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" (Tři oříšky pro Popelku) von 1973 wurde allerdings abseits von Gebirgen in Westböhmen (Švihov, Klatovy) und Sachsen (Moritzburg) gedreht.
Seit dem Ende des Realsoialismus entdecken einige bekannte Regisseure die romantische Slowakei erneut für internationale Produktionen, vor allem von Historien- und Fantasyfilmen wie "Dragonheart" von 1996 (Regie Rob Cohen, Kamera David Eggby). Leicht zu erkennen sind in "Dragonheart" der Aussichtsfelsen Tomášovský výhľad,
Strečno und
Spišský hrad. Sicher punktete das Land auch damit, dass viele Nebenkosten bei der Produktion günstig ausfielen. Raffaela de Laurentiis war jedenfalls des Lobes voll: "Ich produziere seit 17 Jahren Filme, viele davon im Ausland, aber ich habe noch nie so gute Erfahrungen gemacht wie in der Slowakei."
Strečno war ebenfalls in der deutschen Nibelungen-Parodie "Siegfried" (2005) zu sehen. Immer mal wieder diente auch Schloss Smolenice als Kulisse in Märchenfilmen wie bei der "Regenbogenfee" (2001). In Bojnice spielten die ersten Folgen von "Prinzessin Fantaghirò" (1991). Juraj Jakubisko drehte Dorfszenen seiner 2008 erschienenen Báthory-Version im Freilichtmuseum Pribylina.